Auswahl des Linsenmaterials

Z.B. wird zwischen hydrophilem (wasseranziehendem) Material u. wasserabstoßendem (hydrophobem) Material unterschieden, was für die Benetzungsfähigkeit der Linse entscheidend ist.

Durchmesser der Linse

Eine größere Linse sitzt stabiler als eine kleine, das Einsetzen der Linse ist minimal komplizierter; eine kleine Hartlinse kann eher aus dem Auge fallen. Sehr große Linsen (Sklerallinsen) können nie aus dem Auge fallen.

Mittendicke der Linse

Je dünner die Linse ist, desto eher kann der zur Ernährung der Hornhaut unbedingt notwendige Sauerstoff durch die Linse diffundieren.

Sauerstoffpermeabilitätsrate

Diese ist abhängig vom Linsenmaterial (z.B. Silikonhydrogele, Polymethylmetacrylat etc.) und der Linsendicke. Die Augenvorderfläche (Hornhaut = Cornea) wird tagsüber vom Sauerstoff der Luft versorgt, nachts von den Kapillargefäßen der Innenseite des Lides. In jedem Fall stellt eine Kontaktlinse eine Barriere für die Sauerstoffversorgung dar. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, wieviel Sauerstoff durch das Linsenmaterial hindurch gehen kann. Ein Maß für die Sauerstoffpermeabilität ist der sog. Dk/t –Wert. Je mehr Sauerstoff die Linse durchdringen kann, desto höher ist der Dk/t-Wert und desto gesünder ist es für das Auge.

Für die Sauerstoffversorgung ist auch der Linsensitz essentiell. Eine zu straff angepasste Linse wird zunächst als sehr angenehm empfunden, da sie sich am Auge kaum bewegt und nicht gespürt wird. Aber durch den straffen Sitz kann sich die Tränenflüssigkeit, welche die Linse ja trägt, nicht austauschen. Dies kann ebenfalls zu einer Sauerstoffnot der Hornhaut führen.

Steilanpassung, Parallelanpassung oder Flachanpassung?

Die Augenvorderfläche (Hornhaut) ähnelt einer Kugeloberfläche. Bei einer Kontaktlinse kann ein etwas größerer Radius als der Krümmung des Auges entspricht gewählt werden; dann spricht man von Flachanpassung. Ist der Linsenradius kleiner als die Augenkrümmung, liegt eine Steilanpassung vor. Sind Hornhautradius und Linsenradius etwa gleich, spricht man von Parallelanpassung. Eine zu steil angepasste Linse sitzt zwar sehr stabil, behindert aber den Austausch der Tränenflüssigkeit zwischen Auge und Kontaktlinse, wodurch es zu Sauerstoffmangel der Hornhaut kommen kann. Die Linse wird zunächst als sehr angenehm empfunden, Probleme sind aber vorprogrammiert (bis zur Hornhautgeschwürsbildung). Eine zu flach angepasste Linse rutscht zu sehr auf der Hornhaut, das Sehen ist instabil und die Linse kann leichter verloren werden. Welche Form der Anpassung für Sie richtig ist, entscheidet der KL-Spezialist.

Zentrierverhalten der Kontaktlinse

Die Linse soll sich bei jedem Lidschlag ca. 1 mm bewegen und sich sofort wieder spontan zentrieren. Dies garantiert den Tränenaustausch zwischen Linse und Auge.

Auswahl der individuell bestmöglichen Kontaktlinse

Neben der Berücksichtigung aller oben genannten Parameter ist auch zu entscheiden, ob Tages-, Wochen-, Monats-, oder Jahres-Linsen für Sie am sinnvollsten sind.